Die neue Energiewelt – Stadtwerke rüsten sich für die Zukunft

Früher dachten viele bei Stadtwerken vor allem an Gas und Strom. Heute sieht die Realität ganz anders aus: Stadtwerke sind längst zu Gestaltern der Energiezukunft geworden. Sie treiben die Energiewende voran, bringen klimafreundliche Lösungen auf den Weg – und machen unseren Alltag nachhaltiger.

Nikole Speidel | 29. Apr. 2026
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Stadtwerke der Zukunft

Früher dachten viele bei Stadtwerken vor allem an Gas und Strom. Heute sieht die Realität ganz anders aus: Stadtwerke sind längst zu Gestaltern der Energiezukunft geworden. Sie treiben die Energiewende voran, bringen klimafreundliche Lösungen auf den Weg – und machen unseren Alltag nachhaltiger.

Ob auf den Dächern öffentlicher Gebäude Photovoltaikanlagen glänzen, Carsharing-Fahrzeuge bereitstehen oder klimaneutrale Wärmesysteme installiert werden – viele Stadtwerke entwickeln Ideen, setzen sie um und schaffen Angebote, die weit über die klassische Energieversorgung hinausgehen. In diversen Regionen übernehmen sie dabei eine Schlüsselrolle. Durch lokale Energieerzeugung, smarte Speicherung und gezielte Verteilung entsteht ein dezentrales System, das weniger von fossilen Energieträgern abhängig ist und gleichzeitig für stabile Versorgung sorgt. Und das Beste: Sie profitieren direkt davon. Bürgerwindparks, kommunale PV-Anlagen oder die Nutzung von Abwärmequellen halten Wertschöpfung vor Ort. Ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich spürbar

Wie es weitergeht und welche Chancen die Zukunft für Stadtwerke und Kundinnen und Kunden bereithält, erzählt Jens Bäkefeld, unser Bereichsleiter für Energiehandel und Vertrieb.

Wie wird unsere Energie in 10 oder 20 Jahren erzeugt – und welche Rolle spielt dabei unsere Region?

Jens: In den kommenden 10-20 Jahren erleben wir weiterhin eine Erzeugung weg von fossilen Großkraftwerken hin zu einem dezentralen Energiesystem. Solar- und Windenergie werden dabei weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Die Potenziale der Wasserkraft sind weitgehend ausgeschöpft, Biomasse und Geothermie spielen eine ergänzende Rolle. Um die schwankende Erzeugung aus erneuerbaren Energien auszugleichen, werden Speichertechnologien von Bedeutung sein. Dezentralität geht einher mit vor Ort erzeugter Energie in unserer Region – beispielsweise Hausdächer, Bürgerwindparks oder kommunale PV-Anlagen. Unsere Region trägt dadurch dazu bei, überregionale Netze zu entlasten, Einnahmen aus der Erzeugung zu generieren und unabhängiger von globalen Märkten zu werden.

Was braucht ein Stadtwerk, um nachhaltiger zu werden?

Jens: Nachhaltigkeit erfordert eine umfassende Transformation des Unternehmens – ökologisch, wirtschaftlich und sozial. Klare Strategien und Ziele sind dabei entscheidend, denn ohne Leitlinie bleibt Nachhaltigkeit lediglich Stückwerk. Dazu gehört, dass das Stadtwerk über die reine Energieversorgung hinaus gestaltend tätig wird: energieeffiziente Gebäude, elektrische Dienstfahrzeuge, Mitarbeitende coachen und neue Geschäftsfelder wie Mobilität, Geothermie, Abwärmequellen oder Speicherlösungen erschließt.  

Was erwarten Kund:innen eigentlich von ihrem Stadtwerk der Zukunft?

Jens: Es ist eine Kombination aus mehreren Aspekten. Das Stadtwerk soll lokaler Klimaschutzmotor sein, eine zuverlässige Versorgung sicherstellen und regionale Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig gewinnen aktive Beteiligung und Selbstbestimmung an Bedeutung. Die Kund:innen werden zunehmend zum Prosumer – also zum aktiven Energiepartner. Digitalisierung hilft dabei, Erwartungen wie Schnelligkeit, Transparenz oder einfache Bedienbarkeit zu erfüllen. Hier haben wir Maßstäbe gesetzt, einerseits vernetzen wir durch Digitalisierung unsere Traforstationen und ermöglichen Flexibilität der Einspeiser, andererseits können wir durch die Softwaremigration auf der Vertriebsseite dynamische Tarife anbieten und auch abrechnen und haben ein Kundenportal eingeführt, das  mit einer Kund:innennummer alle Leistungen – vom Strom-, Gas-, Wasser-, Telekommunikationsvertrag bis hin zur BalneonCard – verwaltet.

Wie kann ein Stadtwerk gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich und nachhaltig handeln?

Jens: Entscheidend ist, dass Nachhaltigkeit nicht als Kostenfaktor, sondern als Werttreiber erkannt wird. Wir steuern auf eine dekarbonisierte Welt zu, in der Nachhaltigkeit Wirtschaftlichkeit voraussetzt und nicht im Widerspruch dazu steht. Neue Geschäftsfelder wie PV und Speicherlösungen, Contracting, E-Mobilität & Ladeinfrastruktur oder Kalte Nahwärme schaffen Chancen. Wirtschaftlicher Erfolg ergibt sich auch aus Energieeffizienz und Kostensenkungen. Bürgernähe fördert Akzeptanz, und Digitalisierung sowie Innovation sichern Wachstum, Vertrauen und Kundenbindung.

Vielen lieben Dank, Jens, für deine Meinung und das spannende Gespräch.  

Abschließend lässt sich sagen: Stadtwerke haben sich in den letzten Jahren von traditionellen Versorgern zu treibenden Kräften einer neuen Energiewelt entwickelt. Auch wir selbst spielen dabei eine wichtige Rolle: Mit innovativen Projekten und dem aktiven Vorantreiben des Energiewandels tragen wir dazu bei, die Energieversorgung nachhaltiger, effizienter und zukunftsfähiger zu gestalten. So schaffen wir nicht nur Lösungen für heute, sondern legen den Grundstein für eine lebenswerte und klimafreundliche Zukunft in Neustadt a. Rbge. und in unserer Region.

Hier schreibt Nikole

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Nikole kümmert sich um die Social Media Kanäle der Ideenstadtwerke und ist gleichzeitig ein wandelndes Meme-Lexikon.

Jens Bäkefeld

Jens Bäkefeld

Bereichsleiter für Energiehandel und Vertrieb bei den Ideenstadtwerken

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